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15.05.2010
Hakoah und die Wiener Austria

Hakoah

Der SC Hakoah Wien, gegründet 1909 ist ein jüdischer Sportverein in Wien, der ursprünglich als reiner Fußballverein bestand. Beheimatet ist der 1909 gegründete SC Hakoah Wien in der Wiener Krieau. 1938 zerschlugen die Nationalsozialisten den Verein, dessen Mitglieder sie verfolgten.
Der SC Hakoah Wien zählte zur Zeit der Ersten Republik zu den stärksten Fußballvereinen Österreichs. So konnte Hakoah 1923 als erster kontinentaleuropäischer Verein mit dem FA-Cupfinalisten West Ham United einen englischen Fußballverein auswärts schlagen und wurde unter Kapitän Max Scheuer – er wurde später von den Nationalsozialisten ermordet – 1925 erster österreichischer Meister im Profifußball. Aber auch die Schwimmsektion sowie die Ringer hatten beachtliche Erfolge. Sie holten jeweils zwei Medaillen bei Europameisterschaften und Olympischen Spielen.

Hakoah zählte mit Austria, Rapid und Vienna zu den "großen vier" der Stadt. Sie war immerhin Meister in der Saison 1924/25, als in Wien die erste Profiliga des europäischen Kontinents den endgültigen Startschuss zum Erfolgslauf des mitteleuropäischen Fußballs, des "calcio danubiano" gegeben hat. 12. März 1938 wurde der Verein zerschlagen, die Hakoah aus allen Ergebnislisten gestrichen, ihre Spiele für ungültig erklärt und ihre Mitglieder verfolgt. Von den 17 Spielern der Mannschaft lebten zumindest 7 nicht mehr in Wien. Der Ungarische Tormann Sándor Fábián und sein Landsmann Ernö Schwarcz blieben in den USA. Egon Pollak, Stürmer Lajos Hess und Sándor Nemes (Alexander Neufeld) ehemaliger Trainer in Jugoslawien (Beogradski SK) wanderten nach Palästina aus. Nach dem deutschen Einmarsch verließen auch die restlichen Spieler das Land. Viele ehemalige Hakoahspieler flüchteten in die USA. Unteranderem Mittelfeldspieler Richard Fried(1939), Josef Grünfeld und Klubpräsident Ignaz Körner (1940).
Béla Guttmann setzte sich nach Ungarn ab. Jósef Eisenhoffer ebenfalls in seine Heimat zurückgekehrt, erlag in Budapest an den Folgen einer Verletzung durch einen Granatsplitter. Friedrich Donnenfeld, Edmund Weißkopf beide Spieler bei Olympique de Marseille.

Oskar Grasgrün, Ernst Horowitz, Josef Kolisch, Erwin, Oskar Pollak, Nationalspieler Max Scheuer und Ali Schönfeld von den Nationalsozialisten gefangen genommen und ermordet, viele weitere in Konzentrationslager deportiert, in denen die Fußballspieler Fritz Weinberger und Julius Zwickler ihren Tod fanden. Max Scheuer, aus Wien geflüchtet versuchte von Marseille aus nach Südamerika zu gelangen. Von den Nazis verfolgt, wurde er letztenendes von deutschen Grenzposten gefangen genommen in ein Zwischenlager Nähe Paris gebracht und anschließend nach Auschwitz deportiert wo er auch verstarb.

Viele von ihnen flohen ins Ausland, die meisten nach Palästina wo die ehemaligen Hakoah Wien Spieler sich zusammenschlossen und den Verein Hakoah Tel Aviv gründeten (1938). Spielausrüstung erhielt der neue Verein von der Wiener Austria, so dass man deren Trikotfarbe violett als neue Vereinsfarben übernahm. Deshalb spielte der zweifache israelische Meister nicht im traditionellen Blau-Weiß, sondern in Violett. 1959 fusionierte Hakoah Tel Aviv mit Maccabi Ramat Gan (gegründet 1959), die mit ihren Heimdressen immer noch an die Austria erinnert.

Nach dem 2. Weltkrieg kehrten Max Gold der als Sportmanager tätig wurde und Moritz Häusler der ein Kaffeehaus leitete nach Wien zurück Hakoah Wien wurde nach dem Krieg reaktiviert. Er besteht heute aus den Sektionen Basketball, Karate, Schwimmen, Touristik und Skiclub, Tennis, Tischtennis, Boxen, Judo, Ringen und Wandern.

Hakoah
Bild:Hakoah Wien besucht Palästina

Recherchiert und Zusammengefasst von guinnes@hornets06.at

Bezugsquellen: Wikipedia, derstandard.at, ballesterer März 2009

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Hintergrundinfos:
derstandard.at(Wiederkehr eines Stückes von Wien)
Hakoah Amidar Ramat Gan F.C. (Wikipedia, englisch)
SC Hakoah Wien Wikipedia, deutsch)
Hakoah Tel Aviv F.C. (Wikipedia, englisch)
Homepage vom SC Hakoah Wien
Homepage vom Hacoah-Maccabi Ramat-Gan in Tel Aviv
100 Jahre Hakoah Wien 1909–2009
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